Selbermachen: Biologisches Spülmittel aus Kartoffeln

So macht auch das Schälen von rohen Kartoffeln Spaß: Die Schalen landen zwischendurch mal nicht im Bio-Müll, sondern dienen als Rohstoff für ein biologisches Geschirrspülmittel – selbst gemacht in kurzer Zeit.
Lesedauer 1 Min / 28 Sep, 2020
© Naturland
Kartoffelschalen enthalten Solanin, ein Stoff, der Fett lösen kann, wie Seife schäumt und eine starke Reinigungskraft besitzt. Die perfekte Basis für ein Spülmittel, das Umwelt und Hände schont.

Das Rezept

Und so stellst Du einen halben Liter Kartoffelspülmittel her:

1. Die Schalen von acht mittelgroßen und gründlich gewaschenen Kartoffeln in ein verschließbares Gefäß (Schraubglas oder Einmachglas) geben.

2. Die Schalen mit 0,5 Liter kochendem Wasser übergießen, mindestens eine halbe Stunde ziehen und abkühlen lassen. Tipp: Zur Verstärkung der Fettlösekraft kannst du einen Löffel Waschsoda in den Sud geben. Dieses wirkt auch wasserenthärtend, keimtötend und sorgt für längere Haltbarkeit.

3. Nun wird das Gefäß geschüttelt, bis sich Schaum bildet.

4. Nach einer Nacht im Kühlschrank gießt du die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Flasche. Fertig ist das Bio-Spülmittel! Nach dem Waschen, das Geschirr am besten noch einmal mit klarem, warmen Wasser nachspülen.

Biologisches Spülmittel lässt sich schnell und einfach aus Kartoffelschalen herstellen.

Aufbewahrung im Kühlschrank

Einziger Nachteil: Das Spülmittel ist im Kühlschrank nur eine gute Woche lang haltbar. Die beginnende Zersetzung lässt sich am leicht säuerlichen Geruch erkennen. Hat der Gärprozess eingesetzt, sollte das Naturprodukt entsorgt werden.

Die Schnellvariante

Tipp für Eilige: Wenn es ganz schnell gehen muss, dann kann auch das gekochte Kartoffelwasser – Kartoffeln vorher gründlich waschen – als Spüllauge verwendet werden. Stöpsel in die Spüle, Kartoffelsud mit etwas kaltem Wasser mischen und das schmutzige Geschirr damit spülen. Und auch bei der Schnellvariante das Geschirr am besten noch einmal mit klarem, warmen Wasser nachspülen.

Solanin – auf die Dosis kommt’s an

Einige fragen sich nun bestimmt: Moment mal, aber ist Solanin nicht giftig? Richtig ist: Solanin ist ein leicht giftiger Stoff, der in vielen Nachtschattengewächsen zu finden ist, auch in Kartoffeln. Doch keine Panik: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt als Richtwert für eine Solaninvergiftung 2-5 mg pro Kilogramm Körpergewicht an. D.h. der Stoff wird erst gefährlich, wenn der Mensch mehr als fünf Kilogramm rohe Kartoffeln samt Schale verspeist – wobei es hier auch auf die Kartoffelsorte ankommt, denn die unterschiedlichen Sorten weisen unterschiedlich hohe Solaningehalte auf.
© Copyright-Text

Kartoffelschalen enthalten Solanin, ein Stoff, der Fett lösen kann, wie Seife schäumt und eine starke Reinigungskraft besitzt. Die perfekte Basis für ein Spülmittel.

© Copyright-Text
Bildrechte: Naturland
Nach oben
Diesen Beitrag teilen...

Weitere spannende Themen für Dich

© Naturland
N-INSPIRIEREN

Insektenfreundlich Gärtnern: So funktioniert‘s

Ob im Garten oder auf dem Balkon, in der Stadt oder auf dem Land – mit nur wenig Aufwand können überall kleine und große Paradise für Bienen, Insek...
© Naturland
N-INSPIRIEREN

Der Alm-Knigge: So läuft’s auf dem Berg

Unberührte Natur, traditionelle Almhütten und melodisches Kuhglockenläuten – so ein Tag in den Bergen ist immer ein Erlebnis für alle Sinne. Es ver...
© 2020, Magazin N wird herausgegeben von Naturland Zeichen GmbH
Folge Naturland auf Social Media
Naturland Logo