„Wenn ich es schaffe, dann schafft es jede(r)!“

Von der Umweltsau zur Klimaschützerin – mit diesen Worten beschreibt Janine Steeger ihre persönliche Kehrtwende. Früher war die 44-jährige Kölnerin als RTL-Moderatorin und Jetsetterin bekannt. Mittlerweile zieht sie als „Green Janine“ durchs Land und die sozialen Medien, um die Menschen zum ersten Schritt in ein nachhaltiges Leben zu inspirieren. In ihrem Buch “Going Green – Warum man nicht perfekt sein muss, um das Klima zu schützen” erzählt sie von den Hindernissen, Konflikten und auch schönen Überraschungen, die ihr Sprung in ein grünes Dasein brachte. Welche Widersprüche sich dabei im Alltag ergeben und wie sich diese ganz einfach lösen lassen, verrät sie im Exklusiv-Interview mit dem Magazin N.

Lesedauer 2:00 Min / 20 Nov, 2020

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das aus der Janine die „Green Janine“ gemacht hat?

Steeger: „Ja, absolut! Es war die Geburt meines Sohnes im Jahr 2011. In der Schwangerschaft stellen sich Frauen grundsätzlich viele Sinnfragen, doch als damals die Atomkatastrophe in Fukushima passierte, kamen bei mir ganz neue hinzu: Was machen wir eigentlich mit unserem Planeten? Und welchen Beitrag kann ich gegen diese mutwillige Zerstörung leisten? Ab diesem Zeitpunkt begann ich mein Leben radikal in Richtung Nachhaltigkeit umzukrempeln – privat und auch beruflich.“

Im grünen Alltag erlebst Du noch immer viele Widersprüche – wie gehst Du damit um?

Steeger: „Den vermeintlich perfekten Weg zur Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen zu finden, ist gar nicht so leicht. Denn er ist anstrengend und zeitraubend, wodurch man schnell die Lust verliert. Damit dies aber nicht passiert, zeige ich ganz bewusst, dass ich auch nicht perfekt bin. Bei mir gibt es ebenso Momente, wo ich rückfällig werde und auf konventionelle Angebote zurückgreife. Beispiel: Ich bin unterwegs zu einem Termin und bekomme Durst. Leider habe ich weder Mehrwegbecher noch meine Trinkflasche dabei, weil meine Handtasche schon mit vielen anderen Sachen voll ist wie Laptop, Ersatzschuhe und Schminke. In diesem Moment greife ich ohne schlechtes Gewissen auf die bequeme Alternative zurück und kaufe mir einen Coffee-to-go im Einwegbecher oder eine Plastiktrinkflasche. Das ist weder schlimm noch fatal, sondern nur menschlich. Klimaschutz ist für mich ein langfristig angelegtes Projekt – ein Weg, den ich bis ans Lebensende gehen will. Und dazu gehört eben manchmal auch ein Ausreißer. Das will ich den Menschen mitgeben. Denn wenn wir was bewegen wollen, brauchen wir die große Masse!“

Welche Reaktionen hast Du auf Dein Buch „Going Green“ bekommen?

Steeger: „Es war für mich selbst ein Experiment, zu zeigen, was bei mir nicht perfekt läuft. Auf meine Botschaft bekam ich sehr viele positive Rückmeldungen: Aufgrund meines sehr großen Engagements in der Nachhaltigkeitsszene möchte ich auch das Recht haben, Fehler machen zu dürfen. Das gilt für Privatpersonen und auch für Unternehmen. Besonders erstaunt war ich darüber, dass die Anzahl an Kritikern merklich abgenommen hat. Sie trauen sich offenbar nicht mehr.“

Was verbindest du mit Naturland?

Steeger: „Bei meinen Recherchen habe ich mich schon mal genauer mit dem Naturland Zeichen auseinandergesetzt und ein positives, vertrauensvolles Gefühl ist bei mir hängengeblieben. Insbesondere da Naturland nicht nur auf ökologisches, sondern auch soziales und faires Wirtschaften achtet. Darin liegt auch für mich der richtige Ansatz: öko, fair und sozial zu vereinen. Denn im Dschungel der vielen Labels und Siegel müssen Verbraucher*innen sonst bei jedem Produkt entscheiden, wen sie weniger belasten wollen: die Umwelt, die dahinterstehenden Arbeitskräfte, die Tiere oder ihre eigene Gesundheit."

Bildrechte: Nadine Dilly, Oekom Verlag, Pixabay

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