Der Alm-Knigge: So läuft’s auf dem Berg

Unberührte Natur, traditionelle Almhütten und melodisches Kuhglockenläuten – so ein Tag in den Bergen ist immer ein Erlebnis für alle Sinne. Es verwundert nicht, dass Wandern immer beliebter wird. Umso wichtiger ist es, uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir auf den Almen nur Gäste sind. Wir haben die Pflicht, die Hausherrinnen der Almen, die Kühe, schützen und uns ihnen gegenüber angepasst und höflich zu verhalten. Naturland Landwirt Jakob Sichler gibt allgemeine Tipps für potenzielle Begegnungen mit Weidetieren und erklärt, warum Hundehalter:innen besonders aufpassen müssen.

Lesedauer 1:30 Min / 14 Mai, 2021
© Naturland

„Behält man die Kühe im Auge, erkennt man sehr schnell, wie sie drauf sind. Sind sie ruhig und uninteressiert, ist alles fein. Wirken sie nervös oder hört man sie schnauben, sollte man selbst ruhig bleiben“, erklärt Naturland Bauer Jakob Sichler vom Großrachlhof das kleine Einmaleins auf der Alm: „Am besten lässt man generell so viel Abstand wie möglich, starrt ihnen nicht in die Augen oder fuchtelt mit dem Wanderstock herum.“

Der Milchviehhalter kennt sich aus. Schließlich bewirtschaftet er seinen Betrieb mit 45 Alm- und Weidetieren seit 2009 ökologisch und kümmert sich um eine artgerechte Tierhaltung und so viel Tierwohl wie nur möglich. So hat er natürlich ein paar wertvolle Tipps parat, wie Mensch und Tier auf der Alm wunderbar koexistieren und sich rundum wohlfühlen können.

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Der Milchviehhalter kennt sich aus. Schließlich bewirtschaftet er seinen Betrieb mit 45 Alm- und Weidetieren seit 2009 ökologisch und kümmert sich um eine artgerechte Tierhaltung und so viel Tierwohl wie nur möglich. So hat er natürlich ein paar wertvolle Tipps parat, wie Mensch und Tier auf der Alm wunderbar koexistieren und sich rundum wohlfühlen können.

Tipps:

  1. Wanderwege nutzen! Falls ein Wanderweg durch eine Kuhweide führt, sich den Tieren gegenüber gelassen verhalten, das Gatter wieder schließen – und so viel Abstand wie möglich halten. Bitte nicht streicheln oder füttern. Eine Alm ist kein Streichelzoo!

  2. Sollte das Weidevieh näherkommen, immer Ruhe bewahren! Den Tieren nicht den Rücken zukehren, sondern sich den Kühen zugewandt entfernen bzw. die Weide verlassen.

  3. Hunde immer an der Leine führen! Sollte sich die Kuh dennoch aggressiv verhalten, den Hund losbinden und selbst die Weide zügig verlassen.

  4. Hundehaufen entsorgen – wie überall sonst auch! Von Kühen aufgenommener Hundekot führt zu schweren Koliken und Missbildungen bei den Kälbern.

  5. Den gesamten eigenen Müll mitnehmen und noch besser, wenn man auch etwas aufsammelt, das liegen geblieben ist! Weder Taschentücher noch Klopapier, Getränkedosen oder Bananenschalen auf der Alm lassen. Denn die Kompostierzeiten von organischen Abfällen sind in großen Höhen länger, besonders Citrusfrüchte mit ihren harten Schalen verrotten sehr langsam. Außerdem können die Tiere auf der Alm den Müll fressen, was zu schweren Krankheiten führen kann. Und auch Vögel nutzen schon mal Plastik als Baumaterial, was zur Folge hat, dass ihre Jungen bei Regen im Nest ersaufen.

Lernt hier unseren Landwirt Jakob Sichler kennen:

Bildrechte: © iStock, Grafik: © Heinrich-Böll-Stiftung

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