0% Regenwald. 100% nachhaltig! Umweltfreundliches Grillen als Herzensprojekt

Nach einer Afrika-Reise beschließen Aaron Armah und Jakob Hemmers der Deutschen liebstes Hobby, das Grillen, endlich auch nachhaltig und umweltfreundlich zu ermöglichen. Statt Tropenholz verwenden sie für ihre NERO Grillkohle Resthölzer aus heimischen Wäldern – und das ganze sogar klimaneutral.

Lesedauer 4:00 Min / 12 Mai, 2021
Dieser Artikel wird zur Verfügung gestellt von Naturland Zeichen GmbH
© Naturland
Dichte Regenwälder und tropische Vegetation soweit das Auge reicht. Das war das Bild von Afrika, das Aaron Armah und Jakob Hemmers hatten, als sie im Jahr 2015 in Aarons Vaterland Ghana reisten. Doch die Wirklichkeit sah etwas anders aus. Der Anblick von teils öden Landschaften und rauchenden Holzbergen überraschte die beiden. Und es war zugleich die Initialzündung für die Gründung ihres Start-Ups NERO.

„Wir realisierten, dass in den ausgeräumten Landschaften einmal Wald stand. In Gesprächen mit Einheimischen fanden wir heraus, dass er der Produktion von Grillkohle zum Opfer gefallen war – und zwar für Grillkohle für den europäischen Markt. Die Erkenntnis, dass für minimale Deviseneinnahmen und für einen Hungerlohn, die Umwelt und damit die Heimat der Menschen zerstört wurde - das war ein Schockmoment“, erzählt Aaron.

Nach der Reise begannen Aaron und Jakob, die schon seit Kindertagen befreundet sind, zu recherchieren. Und die Ergebnisse waren erschreckend: In Afrika und Lateinamerika werden hunderttausende Tonnen Tropenholz jedes Jahr in qualmenden Meilern zu Grillkohle verarbeitet. „Dass hierfür eine Ausbeutung in diesen Dimensionen – über 14 Millionen Quadratmeter Regenwald verschwinden jährlich – überhaupt stattfinden kann, ohne dass es hier jemand weiß,“ lässt den 38-Jährigen Aaron noch heute fassungslos den Kopf schütteln. „Wir haben sofort gedacht, das muss besser gehen! Grillkohle muss klimaneutral, nachhaltig und sozial herzustellen sein, sonst macht das Grillen doch keine Freude. Davon waren wir überzeugt.“

Jakob Hemmers (li.) und Aaron Armah stehen für Grillen „mit gutem Gewissen“.

Mit diesem Antrieb und weiteren Recherchen über nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland und schonende Herstellungsverfahren entstand mit NERO die weltweit erste und einzige Bio-Grillkohle. Dass ihr Produkt auch wirklich Bio ist und höchsten Standards entspricht, lassen sie vom Ökoverband Naturland, der sich seit Jahrzehnten auch um die ökologische Forstwirtschaft kümmert, kontrollieren und zertifizieren. Die top öko-soziale Produktqualität ist damit auch an dem quadratischen grünen Naturland Zeichen auf der Verpackung zu erkennen.

„Auch unsere folgenden Generationen brauchen einen schönen und gesunden Wald!“

NERO Grillkohle wird aus heimischem Hartholz wie Buche und Eiche aus den Stadtwäldern von Saarbrücken und Templin sowie aus Wäldern in der französischen Champagne hergestellt. „Uns war klar, dass wir nachhaltige Forstwirtschaft brauchen und die Produktion den heutigen Ansprüchen an Umweltschutz genügen muss“, erklärt der studierte Bauingenieur Aaron: „Für unsere Kohle werden Resthölzer verwendet, die für eine anderweitige Nutzung wie die Möbelproduktion nicht geeignet sind. Außerdem entnehmen wir weniger Holz, als nachwächst. So haben auch unsere Nachkommen noch einen schönen Wald, in dem sie spazieren gehen können.“

„Eine nachhaltige Forstwirtschaft, die den Namen verdient, sichert nicht nur den Waldbestand vor Übernutzung oder gar Rodung, sondern erhält auch die Artenvielfalt. Als Filter sorgen gesunde Wälder zudem für sauberes Grundwasser und reine Atemluft“, erklärt Naturland Experte Martin Reinold: „Den aktiven Beitrag zum Klimaschutz natürlich nicht zu vergessen. Denn Bäume nehmen das Treibhausgas CO2 aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab.“

Neben der Beschaffung nachhaltigen Holzes ist den NERO-Geschäftsführern ein klimafreundlicher, geschlossener Kreislauf wichtig. Denn die herkömmliche Produktion von Holzkohle ist schädlich für die Natur: Formaldehyd, Teer und Essigsäure gelangen ungefiltert in die Umwelt – zumindest bei älteren Verkohlungsanlagen, wie sie meist noch im Einsatz sind. Deshalb produziert NERO seine Grillkohle in einem mehrfach für Umweltschutz und Nachhaltigkeit prämierten Werk in Frankreich, sowie seit 2020 in einem zweiten von Naturland zertifizierten Holzkohlewerk in Mecklenburg-Vorpommern. In diesen innovativen Werken ist dank des optimierten Herstellungsverfahrens bei der Verkohlung des Holzes keine externe Energiezufuhr nötig. Im Gegenteil: Die im Werk in Frankreich bei der Produktion entstehende überschüssige Energie wird dort als Ökostrom ins öffentliche Netz eingespeist.

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Das Holz für NERO Grillkohle stammt aus heimischen Wäldern.

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„Unvermeidbare CO2-Emissionen, hierzu gehört auch der Transport, gleichen wir aus, indem wir ein Aufforstungsprojekt in Brasilien unterstützen“, erklärt Familienvater Aaron. Damit ist NERO Grillkohle die erste klimaneutrale Holzkohle, mit der mit gutem Gewissen, nachhaltig und sozial gerecht gegrillt werden kann.

Neben den Grillkohle-Produkten umfasst das nachhaltige Grillsortiment auch Bio-Grillsaucen. Die Produkte sind in ausgewählten Baumärkten, im Bio-Einzelhandel und zunehmend in den Bio-Segmenten des Einzelhandels sowie online erhältlich.

Bilder © NERO

Schon gewusst?

Immer mehr Wald in Deutschland

Rund ein Drittel des gesamten Bundesgebietes ist bewaldet. Damit besitzt Deutschland eine Gesamtwaldfläche von ca. 11,4 Mio. Hektar (Quelle: BWI3, 2014). Während die Waldflächen international (insbesondere in den Tropen der Südhalbkugel) immer stärker abnehmen, ist in Deutschland seit Jahrzehnten eine geringe, aber stetige Waldzunahme zu beobachten, die auf eine kontrollierte, verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung zurückzuführen ist. Derzeit bewirtschaften deutschlandweit 20 kommunale und private Waldbetriebe eine Waldfläche von über 56.000 ha nach den Naturland Richtlinien.

Das Internet des Waldes

Bäume sprechen über ein ausgefeiltes Kommunikationssystem miteinander. Einige Forscher:innen nennen es das Wood Wide Web. Das Netzwerk besteht aus Leitungen im Stamm und den Baumwurzeln. Darüber senden die Wurzelspitzen Signale an die Baumkrone, ob beispielsweise genug Wasser und Nährstoffe im Boden sind. Um mit anderen Bäumen im Wald zu sprechen, verbünden sie sich mit Pilzgeflechten, die den Waldboden durchziehen. Darüber vernetzen sich ganze Wälder. Bäume können aber auch über die Luft kommunizieren. Sie senden Duftstoffe aus, die Artgenossen vor Schädlingen warnen.

Warum braucht der Wald unsere Hilfe?

Der Wald ist durch verschiedenste Gefahren bedroht, allen voran durch den Klimawandel und den daraus resultierenden starken Befall durch Baumschädlinge wie Käfer. Waldschäden sind meist lokal begrenzt, können aber auch ausgedehnte Waldflächen vernichten. Deshalb ist es die Aufgabe der Forstwirtschaft, für starke, resistente Wälder zu kultivieren. Außerdem entwickeln sich Wälder ohne Einwirkung des Menschen nur selten so, wie Menschen es möchten. So ist beispielsweise die Qualität des Holzes oder die Stabilität unterschiedlicher Baumarten nicht unbedingt das Ziel der Natur. Maßnahmen wie Jungwuchspflege, Durchforstung und Verjüngung gehören zum Alltag eines Forstwirts. So führt beispielsweise das Fällen alter oder kranker Bäume dazu, dass junge und gesunde Bäume mehr Nährstoffe zum Wachsen aus der Erde ziehen können.

Der Deutschen liebstes Hobby

Gutes Wetter, gute Freunde und der unwiderstehliche Duft nach Gegrilltem: Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel lacht, gibt es für die meisten Deutschen nichts Schöneres, als zu grillen. Zum umweltschonenden Grillen gehört natürlich auch entsprechendes Grillgut: Wenn Fleisch, dann bio und aus der Region, aber nur als Spezialität. Der größte Platz am Grillrost sollte für Gemüse, Kartoffel, Käse, Brot aber auch Obst reserviert sein – selbstverständlich ebenfalls bio. Aaron Armah von NERO hat uns zwei seiner Lieblingsrezepte verraten, die ihr hier zum Nachgrillen findet.

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